Die Schlauchmagen-Operation

Schlauchmagen

Die Schlauchmagenoperation (auch Sleeve-Gastrektomie) ist eine Operation, bei der ein großer Teil des Magens entfernt wird. Dadurch wird die Fähigkeit Nahrung aufzunehmen deutlich reduziert. Das wiederum führ zu einer lang anhaltenden, deutlichen Gewichtsabnahme.

Die Schlauchmagenoperation gehört weltweit inzwischen zu der am häufigsten durchgeführten Operation bei Adipositas. Das bedeutet aber nicht, dass sie vollkommen ohne Risiko ist. Viele Risiken lassen sich minimieren, wenn man sich nach der Operation an die Empfehlungen der Therapeuten hält. Hier soll es darum gehen, wie wichtig es ist, sich an die Empfehlungen hält und welchen Risiken man sich aussetzt, wenn man Essanfällen nachgibt.

(Ernährungsempfehlungen nach Schlauchmagenoperation)

Warum werden Empfehlungen ignoriert?

Die Herausforderungen nach einer bariatrischen Operation wie einer Schlauchmagenoperation sind enorm. Während Essen grundsätzlich mit etwas freudvollem und genussreichem in Verbindung gesetzt wird und oft auch zum Ausgleich von emotionalem Stress dient, scheint die Zeit nach der Operation genau das Gegenteil davon zu sein: Verzicht, Beschränkung auf wenige Produkte und Unwohlsein in Verbindung mit der Nahrungsaufnahme. Zunächst darf nur getrunken werden und das ist eine echte Herausforderung. Selbst in der Phase, in der Breikost und weiche Nahrung gegessen werden darf, besteht diese Nahrung zu einem großen Teil aus Eiweißpräparaten, die nur wenige Geschmackssinne ansprechen und von der Konsistenz her bei vielen eine Abneigung auslösen. Die Diätempfehlungen sind aber wichtig und sich nicht an sie zu halten, kann zu schwerwiegenden Konsequenzen führen. Darauf soll im Folgenden eingegangen werden.

Die bariatrische Chirurgie ist eine Krücke.
Damit die Erfolge groß und langanhaltend sind, müssen sie mit einer ausgewogenen Diät und körperlicher Aktivität kombiniert werden.

Risiken

Wenn man sich nicht an die Empfehlungen der Ernährungstherapeuten hält, dann setzt man sich verschiedenen Risiken aus:

Milde Risiken:

  • Erbrechen nach zu schnellem Essen:
    • Nach einer Schlauchmagenoperation kann der Magen nur noch sehr wenig Nahrung aufnehmen. Außerdem ist er sehr empfindlich. Um Übelkeit und Erbrechen zu vermeiden, sollten Sie langsam essen und das Essen so lange kauen, bis es die Konsistenz von Apfelmus hat. Dadurch vermeiden Sie, dass Sie zu viel essen.
  • Druckgefühl hinter dem Brustbein:
    • Das Gefühl dass das Essen in der Speiseröhre stecken bleibt entsteht ebenfalls, wenn man sich nicht an die Empfehlungen hält. Auch dies hat mit der Geschwindigkeit des Essens und den Mengen zu tun.
  • Stillstand beim Gewichtsverlust oder sogar Gewichtszunahme
    • Es ist auch mit einem kleinen Magen immer noch möglich, zu viele Kalorien zu sich zu nehmen. Vermeiden Sie insbesondere hochkalorische Getränke. Dazu gehören Fruchtsäfte, Smoothies Milchshakes und andere nicht kalorienreduzierte Getränke wenn Sie erfolgreich sein wollen.

Ernsthafte Risiken

  • Magenperforation (Leckage):

    • Wenn man feste Nahrung isst, bevor der Magen dazu bereit ist, kann ernsthaften Schaden anrichten. Ein perforierter Magen kann zu einer Bauchfellentzündung führen. Die Symptome sind starke Schmerzen, Schüttelfrost, Fieber, Übelkeit und Erbrechen. In so einer Situation besteht akute Lebensgefahr und es muss sofort ein Krankenhaus aufgesucht werden.
  • Septischer Schock:
    • Die Sepsis oder der septische Schock ist eine häufige Todesursache auf den Intensivstationen der Krankenhäuser. Im Zusammenhang mit Schlauchmagenoperationen kann dies auftreten, wenn es zu Infektionen des Gastrointestinaltraktes kommt. Wenn der Magen aufgrund von Diätfehlern verletzt wird kann daraus eine Infektion resultieren, die mitunter tödlich verläuft!

Vorteile der Diät

Die Schlauchmagenoperation hat großartige Vorteile die durch Engagement und eine vernünftige Nachbetreuung erreicht werden. Abgesehen von einem deutlichen Gewichtsverlust sind dies:

  • Besserung oder gar Heilung eines Diabetes Typ 2 (Zuckerkrankheit)
  • Beseitigung von Unfruchtbarkeit
  • Verbesserte Mobilität
  • Beseitigung des Schlafapnoesyndroms (Atemaussetzer im Schlaf)
  • Bessere Blutdruckeinstellungen
  • Psychische Gesundheit
  • Verbesserte Sexualität
  • Deutlich verringertes Risiko bestimmte Krebsarten zu bekommen

Wenn Sie sich einer solchen Operation unterziehen, sollten ausführliche Ernährungsempfehlungen fester Bestandteil der Behandlung sein. Daran können Sie (u. A.) ein gutes Adipositaszentrum erkennen.

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