Sport spielt schon bei der Vorbereitung auf eine Operation eine wichtige Rolle. Nicht nur fordern die Leitlinien, nach denen sich die Krankenkassen richten, wenn sie eine Kostenübernahme für eine solche Operation prüfen, Sport vor OP, auch verbessert er die körperliche Fitness und verringert so die möglichen Begleitkomplikationen einer Operation und eines Krankenhausaufenthaltes.

Wenn das Gewicht so groß ist, dass ein echter Ausdauersport nicht möglich ist, dann sind kleine Schritte gefragt:

  • Spazierengehen
  • Walken (20 Minuten pro Tag)
  • Radfahren
  • ggf. Schwimmen

Auf jeden Fall sollte eine genaue Aufzeichnung über die sportlichen Aktivitäten geführt werden, da diese Aufzeichnungen für den Antrag auf eine Operation wichtig sein können.

Nach einer Operation ist Sport ein wichtiger Faktor für den langfristigen Erfolg einer bariatrischen Behandlung. Es ist sinnvoll, nach einer Operation langsam einzusteigen, sich am Anfang nicht zu übernehmen und z. B. mit leichten Spaziergängen zu starten.

Die Vorteile von Sport nach einer bariatrischen Operation

  • Sport führt nicht nur dazu, dass man nach einer bariatrischen Operation mehr Gewicht verliert, er lindert auch die Symptome von Depressionen [1] und bessert das allgemeine Wohlbefinden.
  • Auch haben Studien gezeigt, dass körperliche Betätigung einen positiven Effekt auf Wundheilung hat und postoperative Komplikationen vermindert [2].

Empfehlungen für den Sport nach Adipositas-OP:

Ein operativer Eingriff und die damit verbundene Bettlägerigkeit erhöhen das Risiko für bestimmte Komplikationen. Kurzfristig sind das zum Beispiel Thrombosen oder Embolien oder auch eine Lungenentzündung. Daher ist es wichtig, so bald wie möglich nach dem Eingriff wieder auf die Beine zu kommen. Bereits am Abend der Operation hilft es, wenn man im Bett liegend mit den Zehen wackelt und mit den Füßen „paddelt“. Das aktiviert die Muskelpumpe der Unterschenkel und beugt so Thrombosen vor. Nach der Entlassung kann nach ca. zwei bis drei Wochen nach dem Eingriff mit leichtem Training begonnen werden. Dazu gehören länger werdende Spaziergänge aber auch leichtes Fahrradfahren. Schweres Heben, bzw. eine Belastung der Bauchdecke sollte für mindestens 4 Wochen vermieden werden.

Das erste halbe Jahr nach der Operation

Bei allen körperlichen Betätigungen nach dem Eingriff gilt: Hören Sie auf Ihren Körper. Machen Sie nichts was Unwohlsein oder gar Schmerzen bereitet. Wie bereits geschrieben, fängt man am besten mit Spaziergängen, die immer länger werden können, an. Fangen Sie mit ein bis zwei Tagen pro Woche an. Das Ziel sollte sein, an drei bis fünf Tagen in der Woche ca. 30 Minuten Sport zu machen.

  • Joga kann gut für das Gleichgewicht (inneres wie äußeres) sein.
  • Mit einfachem Spazierengehen anfangen und sich langsam bis zum „Walken“ („Speed-Walken“) steigern.
  • Da Schwimmen sehr anstrengend sein kann, empfehlen wir zunächst nur gelegentliches leichtes Schwimmen.
  • Tanzen kann sehr viel Spaß machen und ist gut für das Herz.
  • Training mit leichten Gewichten stärkt den Körper und beugt Muskelabbau vor.

Nach 6 bis 12 Monaten

Nach sechs Monaten sollte es möglich sein, bis zu 45 Minuten am Stück drei bis fünf Mal in der Woche richtig Sport zu machen (Fitness, Aerobic, Zumba…). Ein Schwerpunkt sollte hier der Muskelaufbau des Rumpfes, der Beine und des Oberkörpers sein.

Ab jetzt kann alles ausprobiert werden, was keine Beschwerden verursacht. Auch Kickboxen und längere Trainingseinheiten mit einem Trainer oder einer Trainerin sollten angestrebt werden.

Nach einem Jahr

Zum ersten Geburtstag der Schlauches (oder des Bypasses) können Sie sich gratulieren. Zu diesem Zeitpunkt werden Sie erheblich Gewicht abgebaut haben und deutlich gesünder sein. Um jetzt noch weiter abzunehmen, sollte das Training von Muskelaufbau auf Fettverbrennung erweitert werden:

  • Intervalltraining auf dem Laufband: Gehen und Rennen im Wechsel und in unterschiedlichen Intervallen aktiviert den Metabolismus und führt dazu, mehr Fett zu verbrennen.
  • Auch können Aktivitäten in der Natur dabei helfen, das Zielgewicht zu erreichen: Wandern, Joggen, Schwimmen und Radfahren können vielleicht sogar erstmalig möglich sein und aktivieren ebenfalls den Metabolismus.

[1] http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD004366.pub6/abstract
[2] http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/heilung-durch-aktivitaet-das-wundermittel-namens-bewegung-a-507829.html

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