Sodbrennen

Woher kommt Sodbrennen und was kann man dagegen machen?

Sodbrennen kennt fast jeder. Außer in der Schweiz, da heißt es „Magenbrennen“. Gemeint ist aber das gleiche: Eine brennende und oft schmerzhafte Empfindung hinter dem Brustbein, die durch ein Aufsteigen von Magensäure verursacht wird. Die Magensäure reizt die Schleimhaut der Speiseröhre und dies wird als das typische Sodbrennen wahrgenommen. Hier lesen Sie, woher das kommt und was man dagegen machen kann.

Das saure, brennende Gefühl ist nur eine der vielen Formen, in denen ein Rückfluss (Reflux) von Mageninhalt wahrgenommen wird. Es gibt auch nicht-sauren Reflux. Die Ursache dieses Rückflusses kann die Ernährung sein (siehe unten) oder sie kann anatomisch bedingt sein: Wenn Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt, kann (muss aber nicht) das als Sodbrennen empfunden werden. Auch kann eine Überempfindlichkeit der Speiseröhre gegen natürlicher weise auftretende Magensäure, oder eine Dehnung in diesem Bereich die Ursache der Beschwerden sein [1].

Ein weiteres Symptom entsteht speziell im Liegen: Wenn der Mageneingang nicht richtig schließt und Nahrung oder Getränke die Speiseröhre hochfließen und sich im Rachen sammeln.

Und wer ist GERD?

GERD ist nicht wer sondern was: GERD steht für Gastro-Esophageale Relfux Disease. Gemeint sind die Folgen eins Rückflusses (Reflux) von Magensäure aus dem Magen (Gastro) in die Speiseröhre (Esophagus).

Typische Symptome des Sodbrennens:

  • Heiserkeit oder häufiges Räuspern
  • Starker Halsschleim oder Sekretgefühl hinter der Nase
  • Schluckprobleme mit festen oder flüssigen Essbestandteilen oder Tabletten
  • Husten nach dem Essen oder nach dem Hinlegen
  • Atemprobleme oder Hüsteln
  • Starker quälender Husten
  • Fremdkörpergefühl im Hals oder Globusgefühl (das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben)
  • Brennen in der Herzgegend, Brustschmerz, Magenverstimmung oder Säurerückfluss

Grundsätzlich sollte bei den oben genannten Symptomen eine ärztliche Abklärung der Ursache erfolgen. Treten die Symptome erstmalig auf, sollte insbesondere bei Brustschmerzen umgehend medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Wie kann man Sodbrennen vermeiden?

Sind andere mögliche Ursachen der Beschwerden ausgeschlossen, kann man grundsätzlich versuchen, die Beschwerden durch Verhaltensänderungen und Hausmittel zu behandeln. Speisen, die sehr fetthaltig, säurehaltig oder scharf sind fördern das Auftreten von der Symptome. Auch rauchen verstärkt die Symptome!

Abendessen

Wenn Sie unter Sodbrennen leiden, dann sollten Sie untersuchen, ob dies im Zusammenhang mit dem Genuss bestimmter Speisen oder Getränke steht. Wenn das so ist, dann verzichten Sie probeweise darauf um festzustellen, ob die Symptome dann besser werden. Generell werden scharf gewürzte Speisen, fettreiche Mahlzeiten, Hefeteig, Zitrusgetränke, Tomatensaft, kohlensäurehaltige Getränke, alkoholische Getränke und Kaffee mit Sodbrennen in Verbindung gebracht.

Um zu testen, welche Nahrungsmittel eventuell die Beschwerden auslösen, sollte man zum Beispiel am Abend auf folgende Nahrungsmittel verzichten:

  • Kaffee (je nach Röstverfahren unterschiedlich)
  • Alkohol
  • Hefeteig
  • Knoblauch & Zwiebeln, Chili & Tabasco
  • Fast-Food
  • Limonaden (Cola) & Orangensaft
  • Schokolade
  • Tomaten & Tomatensaft
  • Zitronen
  • Pfefferminze
  • Milchprodukte
  • Nikotin

Auch sollte auf großvolumige Mahlzeiten, insbesondere abends verzichtet werden.

Und wenn ich jetzt Sodbrennen habe?

Als kurzfristige Sofortmaßnahme gegen das unangenehme Brennen eignet sich auch Natron. Bitte nicht normales Backpulver verwenden. Das Enthält neben Natron auch noch andere Stoffe, die die Wirkung des Natrons ausgleichen (und dabei ein Gas bilden, das den Teig aufgehen lässt). Auch darf kein giftiges Waschnatron verwendet werden.

Natürlich gibt es auch Medikamente (Antazida), die gegen die aufsteigende Säure wirken, die sollten Sie aber nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin einnehmen. Für eine kurzfristige Soforthilfe gibt es in der Apotheke auch etwas niedriger dosierte Antazida.

Die Symptome können auch gemildert werden, wenn Sie morgens vor dem Frühstück ein Glas warmes Wasser trinken und dann 30 Minuten warten. Wenn Sie über nächtlichem Reflux leiden, dann kan es helfen, mit erhöhtem Oberkörper (nicht nur Kopf) zu schlafen.

Hilfreich gegen die Symptome des Sodbrennens sind:

  • Ingwer
  • Grüne Salate
  • Ungeschälter Reis
  • Sellerie
  • Beeren
  • Melone
  • Banane
  • Avocado
  • Äpfel und Birnen
  • Weißbrot oder Kartoffeln (auch der Saft roher Kartoffeln)
  • Mandeln und Nüsse gut zerkaut
  • Kaugummi kauen
  • Milch trinken
  • Kümmel-, Fenchel- oder Anistee
  • Mit erhöhtem Oberkörper schlafen

Spielt es eine Rolle, wenn ich vor einer Adipositas-OP Sodbrennen habe?

Wenn Sie vor einer geplanten Operation unter gelegentlichem oder häufigem Sodbrennen leiden, sollte Sie das in den Vorgesprächen erwähnen. Die Therapeuten werden das mit in Betracht ziehen, wenn es um die empfohlene Operationsmethode geht. Gegebenenfalls wird vor dem Eingriff im Rahmen einer Magenspiegelung überprüft, ob die empfundenen Beschwerden wirklich auf Sodbrennen zurück zu führen sind. Eventuell hat die aufsteigende Magensäure auch schon die Oberfläche der Speiseröhre verändert. So kann es sein, dass man von einer Schlauchmagenoperation abrät und zum Beispiel eine Magenbypass-Operation vorschlägt. Dies wäre nämlich automatisch auch eine Therapie gegen das Sodbrennen. Aber auch eine Schlauchmagenoperation kann möglich sein, wenn die Ursache des Sodbrennens eine Erweiterung des Durchtritts der Speiseröhre durch das Zwerchfell ist und diese Erweiterung während der Operation eingeengt wird.

Was ist, wenn ich nach der Operation (immer noch) Sodbrennen habe?

Neben der Tatsache, dass ein erhebliches Übergewicht schon eine Ursache für ein Sodbrennen sein kann, kann auch das Vorgehen bei der Schlauchmagenoperation Einfluss auf anatomische Strukturen haben, was dann zu einem neu Auftreten von Sodbrennen führt [2],[3].

Wenn Sie nach einer Schlauchmagenoperation unter Sodbrennen leiden, kann das vorübergehen. Eventuell müssen Sie für einen gewissen Zeitraum Magenschutztabletten (Antazida) nehmen und diese langsam ausschleichen. Hier ist zu  erwarten, dass die Symptome abklingen, sobald sich die Ernährung normalisiert hat. Das kann ein bis drei Jahre dauern [4]. Es gibt aber auch hartnäckige Formen, die es notwendig machen, lebenslang Tabletten zu nehmen.

Wenn die Beschwerden erheblich sind, kann es sein, dass Ihnen eine Umwandlung des Schlauchmagens in einen Magenbypass empfohlen wird. Das würde die Beschwerden lindern.

Auch wenn Sie einen Magenbypass erhalten haben, sollten Sie mit Ihren Therapeuten reden. Auch hier helfen Antazida oder eine Anpassung der Diät. Aber auch hier ist zu erwarten, dass die Beschwerden im Laufe der Zeit verschwinden.

Tipps zum Thema Essen bei Sodbrennen finden Sie hier:


[1] Fass R, Naliboff B, Higa L et al.: Differential effect of long-term esophageal acid exposure on mechanosensitivity and chemosensitivity in humans. Gastroenterology 1998; 115: 1363–1373

[2] Pandolfino JE, El-Serag HB, Zhang Q, et al. Obesity: a challenge to esophagogastric junction integrity. Gastroenterology. 2006;130:639–49

[3]Daes, J., Jimenez, M.E., Said, N. et al. OBES SURG (2014) 24: 536. https://doi.org/10.1007/s11695-013-1117-6

[4] Chiu, S., Birch, D.W., Shi, X., Sharma, A.M., Karmali, S., Impact of Sleeve Gastrectomy on Gastroesophageal Reflux Disease: A Systematic Review, Surgery for Obesity and Related Diseases (2009), doi: 10.1016/j.soard.2010.09.011

Bildnachweis:

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