Schlafapnoe

Was ist das Schlafapnoesyndrom und wo kommt es her?

Wenn es im Schlaf zu Atemaussetzern kommt, kann es verschiedene Ursachen geben. Je nach Ursache werden diese Atemaussetzer verschieden benannt: Ein zentrales Schlafapnoesyndrom (ZSAS) hat seine Ursache im Zentrum – dem Gehirn und kann z. B. durch Schäden als Folge eines Schlaganfalls oder vererbt auftreten. Drogen und Alkohol können ebenfalls die Atemaussetzer verursachen. Die am weitesten verbreitete Form ist das sogenannte “Obstruktive Schlafapnoesyndrom” (OSAS). Hier liegt eine Schwäche der ringförmigen Muskulatur vor, die den Eingang der Luftröhre offenhalten soll.  Auch kann durch ein starkes Übergewicht durch den Druck auf den Brustkorb die nächtliche Atmung erschwert werden. Ein Schlafapnoesyndrom kommt bei ca. 5-10 % der Bevölkerung vor. Wenn eine schwere Adipositas besteht, so wurde in Studien nachgewiesen, dass bis zu 80 % der Patienten unter einem OSAS leiden [1].

Schlafapnoesyndrom

Bemerkt werden diese Atemaussetzer selten von den Betroffenen selber. Es sind die Partner, die merken, dass es im Schlaf zu einem sehr starken Schnarchen kommt und dann plötzlich die Atmung stockt. Diese Aussetzer können so lange andauern, dass man Angst bekommt und den Rettungsdienst rufen möchte. Zu einem echten Ersticken kommt es allerdings nicht: Die Atmung setzt immer wieder, meist mit einem tiefen Inhalieren von Luft, ein. Die Betroffenen selber merken normalerweise nur die Folgen dieses nächtlichen Sauerstoffmangels: Man ist nach dem Aufwachen unausgeschlafen und eigentlich ständig müde. Die Patienten berichten von Kopfschmerzen und dass sie sich “wie gerädert” fühlen. Auch lässt die Konzentrationsfähigkeit nach. Im Extremfall kommt es tagsüber zu Anfällen von Sekundenschlaf, die dann auch richtig gefährlich werden können (Straßenverkehr).

Auch kann ein Schlafapnoesyndrom zu körperlichen Problemen fühlen: Man weiß, dass Bluthochdruck, Herzinsuffizienz, Herzinfarkte und auch Schlaganfälle Folgen eines OSAS sein können. Auch kann es bei Männern zu Erektionsstörungen (Impotenz) kommen. Auch werden Hörstürze, Depressionen, Magengeschwüre und der Diabetes mellitus gehäuft bei Patienten mit einem Schlafapnoesyndrom beobachtet.

Diagnostik

Wenn der Verdacht besteht, dass ein OSAS besteht, dann sollte man zunächst zum Hausarzt gehen. Nach einer gründlichen Untersuchung, mit der mögliche Ursachen, aber auch schon eingetretene Folgen festgestellt werden sollen, kann eine sogenannte “Polysomnografie” notwendig werden. Hierzu erhält man in den meisten Fällen Messgeräte mit nach Hause, die im Schlaf verschiedene Messungen durchführen. Auch Untersuchungen durch andere Fachärzte (HNO, Diabetologie) können notwendig sein. In manchen Fällen ist eine Übernachtung in einem Schlaflabor ratsam, die verordnet werden muss.

Behandlung

Frau schläft mit Atemmaske wegen Schlafapnoe.Wenn ein eindeutiges Schlafapnoesydnrom festgestellt wurde, dann kann ggf. eine CPAP-Therapie helfen. Hierbei wird im Schlaf eine kleine Maske getragen, die dafür sorgt, dass der Rachen nicht kollabiert und die Atemwege versperrt. Nach einer Eingewöhnungsphase berichten die Patienten von einer großen Erleichterung und dass die Nachteile durch das Tragen einer solchen Maske im Schlaf bei weitem durch die Vorteile ausgeglichen werden.

Es gibt auch Fälle, in denen das Tragen einer Bissschiene helfen kann. Auch gibt es in bestimmten Fällen Hilfe durch eine Operation Besserung bringen kann. Das kann bei Rachenmandeln oder Polypen der Fall sein. Eine chirurgische Entfernung von überflüssigem Fett- und Bindegewebe kann in selteneren Fällen sinnvoll sein (Uvulopalatopharyngoplastik). Einigen Patienten hilft es aber schon, wenn Sie im Schlaf eine Vorrichtung tragen, die es verhindert, dass man sich auf den Rücken dreht (Rucksack).

Wie hilft eine bariatrische Operation?

Eine der vielen Beobachtungen, die nach Einführung der Adipositas-Chirurgie gemacht wurden, ist, dass sich auch ein vorhandenes Schlafapnoesyndrom deutlich bessern kann, wenn viel Gewicht verloren geht. In vielen Fällen kann nach ein paar Monaten auf das CPAP-Gerät verzichtet werden. Das OSAS reiht sich somit in eine Vielzahl von Erkrankungen ein, die durch eine solche Operation nachweislich gebessert oder sogar geheilt werden können: Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus Typ 2), Bluthochdruck (Arterieller Hypertonus), Gelenkbeschwerden, Unfruchtbarkeit. Somit zählt ein OSAS aber auch zu den Erkrankungen, die bei der Antragstellung für eine Adipositas-OP als Argument für die Genehmigung der Operation durch die Krankenkasse mit aufgeführt werden müssen.

[1] Daltro, C., Gregorio, P.B., Alves, E. et al. OBES SURG (2007) 17: 809.

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