Flüssigphase

Das ist typisch: Alles läuft prima – die OP ist erfolgreich verlaufen, die Kilos purzeln und man will alles richtig machen. Aber je länger man dabei ist, desto schwieriger wird es diese Eiweißshakes in sich rein zu kriegen. Aber es gibt ausreichend Alternativen: Zum einen kann man bei der Zubereitung des Eiweißpulvers mehr Fantasie walten lassen und zum anderen gibt es ausreichend alternative Eiweißquellen.

Zuerst sollte man sich aber über den Eiweißbedarf klar werden. Das ist eigentlich ganz einfach: Pro kg Normalgewicht benötigt der Körper pro Tag grob 1 g Eiweiß. Das Normalgewicht entspricht der Körpergröße minus 1 Meter. Ein 1,70 m großer Mensch hat also ein Normalgewicht von 70 kg und benötigt so ca. 70 g Eiweiß am Tag.

Das Eiweißpulver muss nicht immer in Wasser oder Milch gerührt und getrunken werden. Es kann in geschmacksneutraler Form auch in Suppen und Soßen gerührt werden. Auch in Kartoffelbrei fällt das Pulver nicht so auf. Viele Rezepte für leckere Shakes finden Sie übrigens in dem Buch “Gut essen rund um die Adipositas-OP” von Dr. Heike Raab (ISBN 978-3-432-10048-7).

Neben den Eiweißshakes gibt es viele weitere Eiweißlieferanten.  Hier eine Liste mit

den besten Eiweißlieferanten

Milch und Milchprodukte

Fettarme Milch hat pro 100 ml einen Eiweißgehalt von ca. 3,4 g pro 100 ml. Das ist schon ganz gut, reicht aber noch nicht. Die Art der Zusammensetzung des Milcheiweiß macht es zwar besonders Wertvoll, um sich ausreichend mit Eiweiß zu versorgen müsste man allerdings mindestens 1 Liter Mich pro Tag trinken. Damit würde man aber auch 420 kcal zu sich nehmen. Effektiver ist da Parmesan: mit ca. 38 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm Käse enthält er glatt 10-mal so viel Eiweiß. Allerdings sind das auch wieder 430 kcal. Auch Harzer Käse ist ähnlich Eiweißhaltig, bringt aber andere Nachteile mit sich…
Gouda und ähnliche Käsesorten enthalten ca. 25 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm Käse (bei ca. 355 kcal). 100 Gramm Mozzarella liefern 28 Gramm Eiweiß bei nur 280 kcal. Wenig effektiv in Bezug auf den Eiweißgehalt ist Magerquark: der liefert in 100 Gramm nur ca. 13 Gramm Eiweiß. Milchersatz wie Soja-, Mandel- oder Hafermilch enthalten deutlich zu wenig Eiweiß (ca. 0,5 – 3 g / 100g)

Tofu
Tofu wird als Eiweißlieferant etwas überbewertet: In 100 Gramm stecken nur ca. 8 Gramm Eiweiß.

Fisch
Auch Fisch kann zur Eiweißzufuhr verwendet werden. Selbst fettarme Sorten wie Seelachs und Kabeljau enthalten ca. 20 g Eiweiß pro 100 g. Deutlich mehr enthalten Fischsorten, die dann auch gleich fettiger sind: Normaler Lachs und Thunfisch (ca. 26 g / 100g).

Puten- und Hühnerfleisch
Besonders mager aber gleichzeitig Eiweißhaltig sind Puten– und Hühnerbrust. Mit ca. 24 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm sind die auch dazu geeignet, in der “Eiweißphase” vor der OP mal was zu kauen zu haben. Eier haben pro 100 Gramm einen Eiweißanteil von 13 Gramm.

Hülsenfrüchte
Ein Geheimtipp sind auch Hülsenfrüchte: Kidneybohnen und getrocknete Linsen kommen auf ca. 24 g / 100 g. Gekochte Sojabohnen bringen 12 g mit sich.

Haferkleie
Auch ein Geheimtipp ist Haferkleie. Mit ca. 17 g Eiweiß pro 100 g kann Haferkleie eine Abwechslung in den Eiweißalltag bringen.

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3 Thoughts to “Ich kann kein Eiweiß mehr sehen! – Tipps zur Eiweißzufuhr”

  1. Steffen Barbara

    Parmesan und Quark

    Es stimmt zwar, dass Parmesan viel Eiweiss enthält.
    Pro 100g Parmesan 38g Eiweiss
    Das sind aber ca. 6 grosse Suppenlöffel Käse! Es ist kaum möglich soviel zu Essen an einem Tag.
    Im Gegensatz kann locker 200g Quark gegessen werden, das sind dann 26g.
    Quark ist also ein sehr guter Eiweisslieferant und es kann ohne Probleme noch 10g Proteinpulver dazu gemischt werden.
    Jetzt im Herbst kombiniert mit ein paar Zimtzwetschgen ein herrliche Eiweissbombe!

  2. Adipositaszentrum Winsen

    Haben Sie schon mal dran gerochen? 😉

  3. Katharina Triebswetter

    Welche Nachteile hat denn Harzer-Käse? Da denkt man, toll ich tue mir was gutes, und dann..!
    VG
    Katharina

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