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Voraussetzungen

Eine Operation, die das Ziel hat, eine langfristige Gewichtsreduktion zu erreichen, ist ein Eingriff, für den im Voraus eine Kostenübernahmeerklärung der Krankenkasse vorliegen muss. Die entsprechenden Fachgesellschaften[1, 2, 3] haben sich darauf geeinigt, dass bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit eine solche Kostenübernahmeerklärung erfolgen kann. Ob, und in welchem Umfang Sie diese Voraussetzungen erfüllen oder welche Maßnahmen noch sinnvoll sind, um möglichst große Aussichten auf Erfolg für eine Kostenübernahmeerklärung zu haben, klären wir gemeinsam mit Ihnen in den entsprechenden Sprechstunden.

Die Voraussetzungen sind im Einzelnen:

  1. Eine Adipositas Grad III (BMI < 40 kg/m² KOF) oder
    eine Adipositas II (BMI > 35 kg/m² KOF) mit schwerwiegenden Begleiterkrankungen
    Zu den Begleiterkrankungen gehören u. a. ein Diabetes mellitus Typ 2, Ein arterieller Hypertonus (Bluthochdruck), ein obstruktives Schlafapnoesyndrom oder auch ein PCO-Syndrom. Auch eine orthopädische Behandlung aufgrund von Rücken- oder Gelenkbeschwerden kann als eine solche Begleiterkrankung angesehen werden.
  2. Das krankhafte Übergewicht besteht seit mehr als 5 Jahren
    Hier ist es hilfreich, wenn Sie mit der Antragsstellung einen tabellarischen Lebenslauf mit einreichen, auf dem zu erkennen ist, seit wann Sie unter dem Übergewicht leiden, welche Maßnahmen Sie ergriffen haben, um abzunehmen und wie der Gewichtsverlauf im Laufe der Jahre war.
  3. Die Indikationsstellung erfolgt interdisziplinär
    Die Indikation zur Operation wird im Adipositaszentrum Winsen gemeinsam mit den Kollegen der Inneren Medizin, der Psychiatrie, Ernährungsmedizin und Chirurgie auf breiter, interdisziplinärer Basis gestellt.
  4. Nachweis einer mindestens 6 monatigen, ärztlich kontrollierten konservativen Therapie im Sinne eines multimodalen Behandlungskonzeptes (Ernährungstherapie, Bewegungstherapie, Verhaltenstherapie, ggf. medikamentöse Therapie)
    Hier ist es hilfreich, wenn Sie zu Ihrer Erstvorstellung in der chirurgischen Sprechstunde oder in der Schwerpunktpraxis alles an Unterlagen mitbringen, was als Nachweis für entsprechende Begleitbehandlungen dienen kann: Mitgliedsausweis aus Sportvereinen, Quittungen von Diättherapien (WeightWatcher, Optifast, u. Ä.), Bescheinigungen vom Hausarzt und Ernährungstherapeuten, ein Attest eines Psychiaters oder Psychotherapeuten).
  5. Das individuelle Operationsrisiko sollte mit einem Risikoprofil üblicher Wahleingriffe vergleichbar sein
    Das individuelle Risiko der Operation klären wir im Vorfeld der Operation gemeinsam mit unseren Kollegen der Anästhesiologie und der Inneren Medizin selbstverständlich ab.
  6. Durchführung der Operation in einem spezialisierten Zentrum mit multiprofessionellem Team
    Am Krankenhaus Winsen wird die Operation von einem auf dem Gebiet der Adipositas-Chirurgie sehr erfahrenen Team unter bestmöglichen Bedingungen durchgeführt. Das wissen auch die Krankenkassen, sodass bei Erfüllung der anderen Voraussetzungen, einer Operation im Krankenhaus Winsen zugestimmt wird.
  7. Sicherstellung der lebenslangen Nachbehandlung und Erfassung der Daten zur statistischen Auswertung
    Die lebenslange Nachsorge wird durch das Team des Adipositaszentrums Winsen sichergestellt. Die bei den Behandlungen erhobenen Befunde und Verlaufskontrollen werden – anonymisiert – u. A. in die Datenbank der Nationalen Qualitätssicherungsstudie der Universität Magdeburg eingegeben und so auf breiter Basis auch zum Vergleich mit den Ergebnissen anderer Krankenhäuser herangezogen.
  8. Patientenmotivation
    Die Patientenmotivation wird durch ausführliche Gespräche zum Verlauf der Behandlung und zu den notwendigen Verhaltensmaßnahmen nach der Operation sichergestellt. Hierüber stellen wir Ihnen mit unserer Stellungnahme zum Kostenübernahmeantrag eine Bescheinigung aus.

Quellen:

  1. AWMF Leitlinienregister Nr. 050/001 „Prävention und Therapie der Adipositas“ (Ver. 2.0 11/2014)
  2.  S3-Leitlinie: Chirurgie der Adipositas der Chirurgischen Arbeitsgemeinschaft für Adipositastherapie (CA-ADIP) in der Deutschen Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (06/2012)
  3. G-2 Gutachten Adipositas-Chirurgie (Bariatrische Chirurgie), Sozialmedizinische Expertengruppe Methoden- und Produktbewertung (SEG7) der MDK-Gemeinschaft (Stand: Januar 2007)
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